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Initiativen & Aktionen

Projekt: Werte und Normen im Social Web

6. November 2009 / Stefan Ohlrich

Die Kommunikation zwischen Menschen wurde durch das Web 2.0 entscheidend verändert. In sozialen Netzwerken können sich Menschen austauschen, die sich auf der Straße vielleicht nie begegnet wären. Aber inwiefern beeinflussen diese Kontakte unser Denken, unsere Ansichten über die Welt und unsere Werte? Vier Universitäten haben vor, in einem auf drei Jahre angelegten Projekt genau dieser Frage nachzugehen. Die beteiligten Institute kommen aus Bremen, Münster, Hamburg-Harburg und Klagenfurt (Österreich). Im Fokus stehen aber nicht nur deutschsprachige Netzwerke wie StudiVZ, sondern auch internationale wie Facebook. Gerade internationale Plattformen bieten Menschen aus allen Ländern die Möglichkeit, ihre Ansichten darzustellen, darum sind sie besonders interessant.

Das Projekt „Subjektkonstruktion und digitale Kultur“ untersucht in Interviews mit den Usern unter anderem das Nutzungsverhalten. Es geht aber nicht nur darum, demographische Informationen zu gewinnen, solche Untersuchungen sind nicht neu, sondern interessiert die Forscher hauptsächlich, wie die Nutzer selbst die Netzwerke einschätzen: Wie wichtig ist es, möglichst viele Freunde auf Facebook zu haben oder wie werden Themen diskutiert? Besonders relevant für die Untersuchung sind Jugendliche und junge Erwachsene, da sie als die erste Generation gelten, die mit dem Internet aufgewachsen ist. Sie sind die Digital Natives.

Es geht aber nicht nur darum, wie User in den Netzwerken kommunizieren, sondern vor allem auch um sie selbst und wie sich auf ihren Profilen darstellen. Was für ein Bild von sich selbst stellt man im Internet zur Schau? Im Fokus steht dabei der Einfluss, den Werte der „realen Welt“ auf die virtuelle Kommunikation hat. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Die Forscher möchten zum Beispiel herausfinden, ob das Schönheitsideal auch in den Online-Communitys übernommen wird.

Auf den Punkt gebracht, formuliert das Projekt das Erkenntnisinteresse wie folgt:

„Inwieweit sind in den genannten soziokulturellen Praktiken neue Subjektkonstruktionen angelegt, die bislang nicht gekannte Dimensionen menschlicher Existenz als wesentliche Elemente einer digitalen Kultur markieren?“

Untersuchungen zum Internet und im Besonderen zum Web 2.0 gibt es mittlerweile reichlich. Was aber ist an dieser so anders? Viele Forschungen konzentrierten sich auf bestimmte Aspekte im Umgang mit den Neuen Medien, zum Beispiel wie lange das Internet täglich genutzt wird, wie alt der durchschnittliche Surfer ist oder worüber im Netz gesprochen wird. Dieses Projekt will einen Zusammenhang herstellen, zwischen der Art der Internetnutzung und dem eigenen Ich des Users.

Wie also beeinflusst der Umgang mit dem Internet unsere Ansichten und wie nutzen wir das Internet, um uns selbst darzustellen? Wir halten das Projekt für eine wirklich tolle und aufregende Sache und sind gespannt auf die Ergebnisse.

Weitere Infos

  • derStandart.at: Was bedeutet es, auf Facebook 200 Freunde zu haben?
  • uni-klu.ac.at: Subjektkonstruktionen und digitale Kultur


In unserer Kategorie Initiative&Engagement stellen wir euch regelmäßig Institutionen, Projekte und Initiativen vor, die sich – in welcher Form und mit welcher Facette auch immer – mit dem Thema Selbstdarstellung im Internet befassen. Kennt ihr weitere Engagements, die wir hier unbedingt mit aufnehmen sollten? Informiert uns!

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Tags:

facebook, studien, studivz


Eine Antwort zu “Projekt: Werte und Normen im Social Web”

  1. Tweets die Neues Studienprojekt: Werte, Normen und Weltbilder im Social Web | ichimnetz.de erwähnt -- Topsy.com sagt:
    9. April 2010 um 12:30

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Arno Schimmelpfennig erwähnt. Arno Schimmelpfennig sagte: Gibt es noch Werte im Web2.0? Erlebt Globalisierung hier den größten Einzug? Finde es heraus im Projekt v Stefan Ohlrich: http://tr.im/LjdA [...]

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