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Kurzmeldungen

Google erweitert Location Based Service Latitude

11. November 2009 / Tim Struck

Gestern hat Google dem Location Based Service „Latitude“ zwei neue Funktionen zugeschaltet: Den Standortverlauf (eng. Location History) und den Standort-Alert (eng. Latitude-Alerts).

latitude_screen

Mit dem Standortverlauf können Nutzer von Android-Handys nachverfolgen, auf welchen Pfaden sie sich in der letzten Zeit so bewegt haben. Hierzu kann man  einen Zeitraum angeben, der Standortverlauf wird dann mit maximal 500 Standorten in Google Maps und Google Earth angezeigt. Das ganze kann chronologisch sortiert werden. Jedem einzelnen Standort ist das genaue Datum und die Uhrzeit zugeordnet. Die Standortverläufe sind in erster Linie nur für den Nutzer selbst einsehbar, können aber über andere Google-Produkte wie Google Maps, Google Earth und Google Maps für Handys weiter veröffentlicht werden. Google weist darauf hin, dass der gesamte Verlauf oder Teile des Verlaufs löschbar sind.

Latitude Alerts informiert darüber hinaus, wenn sich Freunde in der Nähe befinden. Dies wird jedoch nur ausgelöst, wenn man sich an einem „unüblichen“ Ort befindet. Will heißen, „latitudete“ Mitschüler, Kommilitonen oder Arbeitskollegen werden nicht permanent „gepingt“ wenn man mit diesen zusammen in der Schule, an der Uni oder bei der Arbeit ist.

Interessant: In den Datenschutzanmerkungen von Google heißt es:

„Es dauert ca. eine Woche, bis wir die Standorte kennen, an denen Sie sich oft aufhalten, und mit dem Versenden der Alerts beginnen. … Mit Alerts werden Ihre Freunde auch darüber informiert, wo Sie sich an dem Tag zur entsprechenden Uhrzeit normalerweise aufhalten. So erfahren sie, warum Ihr aktueller Standort ungewöhnlich ist und der Alert gesendet wurde.“

Dem ist nun erstmal nichts hinzuzufügen. Interessant ist auch, dass man beim Standortverlauf rückwirkend für einen festgelegten Verlauf nachvollziehen kann, wo sich der Handy-Besitzer aufgehalten hat. Mit anderen Worten: Google registriert den geostationären Werdegang scheinbar fortlaufend nach Aktivierung des Tools. Wie Google intern mit vom Nutzer gelöschten Daten umgeht, bleibt offen.

Nun, Loction Based Services scheinen mehr und mehr zur nächsten Evolutionsstufe des Social Webs zu werden. Dienste wie Foursquare oder Gowalla werden derzeit in den USA immer populärer, Google zieht mit Latitude nach. Auch wenn die Tools den einen oder anderen Mehrwert für die Nutzer stiften, bleibt immer noch der fade Nebengeschmack von lückenlosen Kontrollmöglichkeiten – und das mittels Technologien, die, rein theoretisch, jedermann zugänglich sind.

Was ist eigentlich, wenn diese Technologie zum Standard eines jeden Handys wird? … Dann könnten Eltern, Lehrer und Freund oder Freundin vielleicht darauf bestehen den Standortverlauf einzusehen. Heute fangen Großkonzerne an Blutproben von Bewerbern zu nehmen, morgen analysieren sie, wo man sich in den letzten drei Jahren so rumgetrieben hat. Der von Dobson und Fisher bereits 2003 ausgemachte Trend zur „Geoslavery“ (PDF) ist aktueller denn je.

Weitere Links zum Thema:

  • Google.de: Google Standortverlauf
  • Mashable.com: Google Latitude Now Tracks Location History, Alerts You to Nearby Friends
  • Wikipedia: Standortbezogene Dienste
  • YouTube: Google Latitude
  • Ichimnetz.de: Location Based Networking
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Tags:

geotagging, google


Eine Antwort zu “Google erweitert Location Based Service Latitude”

  1. Frank Wenz sagt:
    18. November 2009 um 23:24

    Daran, dass es nicht zur “Geoslavery” kommt arbeitet ichimnetz.de und andere mit. Und das ist gut so!

    Abseits der Schlagworte ist doch entscheidend, dass man als Nutzer einer Technologie weiss, wie die Konsequenzen aussehen und ob man gewillt ist diese zu tragen. Ich kann mir also aussuchen, ob ich Sklave sein will.

    Darüber hinaus sehen die meisten mir bekannten Anwendungen auf dem Hintergrund von Datenschutz und Privacy die selektive Nutzung dieser weitreichenden technischen Möglichkeiten vor. Ich kann also die “Tarnkappe” aufsetzen und – so ich will – auch wieder absetzen und so zumindest zum “Teilzeit-Geosklaven” werden. Das ist m.E. ok.

    Ansonsten wird das Thema Location die (lokalen) Medien in allen Ausprägungen in neue, manche beängstigende aber auch spannende Richtungen treiben.

    Zur aktuellen Diskussion sei auf einen Artikel und die dort anhängige Diskussion aus TechCrunch verwiesen: http://bit.ly/2ujQmn

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