Neuerdings machen die Sozialen Netzwerke ihre Türen und Tore auf. Drittanbieter können eigene Programme, so genannte Applikationen oder Anwendungen, entwickeln die dann mal mehr und mal weniger sinnvoll das eigentliche Netzwerk mit zusätzlichen Funktionen erweitern. Die Anwendungen können Spielapplikationen wie zum Beispiel “Farmville” oder “Mafia Wars” auf Facebook, Nutzeroberflächen wie “Tweetdeck” und “Seesmic” für Twitter oder “Röhre, ein Radio-Stream auf StudiVZ sein. Das Prinzip ist dabei nicht unbekannt: iPhone- oder andere Handy-Apps funktionieren ähnlich.
Solche Zusatzanwendungen greifen bei Social Networks fast ausschließlich über eine Entwicklerschnittstelle auf das jeweilige Networks zu. Solche Schnittstellen nennt man API – „Application Programming Interface“.
Das Problem hierbei ist nun: Nicht immer ist eindeutig, auf welche eurer Daten genau die Applikationen via API nun eigentlich zugreifen. Außer bei der VZ-Gruppe, die dem Nutzer die Möglichkeit einräumt, zu bestimmen, welche Daten Applikationen benutzen dürfen. Während ihr für Otto-Normal-User mittels euer Account-Einstellungen festlegen könnt, was ihr preis gebt, ist der Datenstrom via API bisher nicht immer wirklich transparent. Auf Facebook zum Beispiel erteilt ihr mit der Bestätigung von Anwendungen per se den Zugriff auf alle eure Profildaten – über das entsprechende Fenster seid ihr bestimmt schon mal gestolpert.
Dann fließen Daten, zum Beispiel liefert Facebook Connect alle öffentlich zugänglichen Daten eures Profils auch an externe Programme. Die Status-API gewährt Drittprogrammen sogar Zugang zu Notes, Updates und Links. Bei den Privatsphäre-Einstellungen heißt es dazu:
StudiVZ hat dies via sogenannten Visitenkarten geregelt und erlaubt dadurch mehr Kontrolle. Auch bei Xing kann man für jede Anwendung einzeln Zugeriffsrechte individuell bestimmen. Was nun letztendlich wie von den unterschiedlichen Anwendungen und den dahinter stehenden Akteuren mit den Daten unternommen wird, ist nicht wirklich transparent. In wieweit eine „Gifts“-Anwendung auf Facebook zum Beispiel Zugriff auf alle Daten, vom Profilbild über Freundeslisten bis hin zu den Statusupdates, haben muss, ist zudem fraglich.
Unsere Tipps im Umgang mit entsprechenden Anwendungen:
- Bestätigt nicht einfach jede Anwendungsanfrage; überlegt, ob ihr sie wirklich braucht.
- Schaut Euch die Bestimmungen bzgl. Anwendungen eures jeweiligen Networks an und schaut vor allem auch die Bestimmungen der jeweiligen Anwendung an.
- Prüft, ob ihr Zugangsrechte in euren Account-Einstellungen für Apps einschränken könnt; seid hier nicht großzügig mit euren Freigaben!
- Löscht regelmäßig Anwendungen, die ihr überhaupt nicht mehr nutzt.
- Meldet eurem Netzwerk Anwendungen, bei denen ihr den Eindruck habt, dass sie nicht ordnungsgemäß mit euren Daten umgehen (wie auch immer man darauf kommt).








