150 Freunde kann ein Mensch etwa haben, mehr passt nicht in sein Gehirn. Das ist grob gesagt die Theorie von Robin Dunbar, einem britischen Anthropologen. Der Oxford-Professor hat soziale Netzwerke untersucht – von der Steinzeit bis heute – und festgestellt, dass persönliche Kontakte nicht mehr als 150 Personen umfassen.
In den vergangenen Jahren war diese Erkenntnis immer wieder angezweifelt worden: Soziale Netzwerke im Internet, so die Überlegung, könnten unserem Gehirn dabei helfen, auch mit mehreren hundert Freunden zurechtzukommen. Das Internet hätte die Menschen an mehr Informationen und Kontakte gewöhnt, diese hätten dazugelernt und sich auf die neue Datenflut eingestellt. Die 150 schien ein Relikt der Offline-Welt zu sein.
Dazu passt auch, dass Dunbar seine Theorie der 150 Freundschaften Anfang der neunziger Jahre vorgestellt hat. Das Internet steckte da noch in den Kinderschuhen. Es war die Zeit von Wolfenstein 3D und Windows 3.11 auf 486er-Rechnern. Es war zwölf Jahre vor Facebook, 13 Jahre vor YouTube und 14 Jahre vor Twitter. Niemand konnte ahnen, dass wir heute 500 Freunde auf Facebook haben, 300 auf StudiVZ und 400 bei Xing – mindestens. MySpace noch nicht mitgezählt.
Deswegen ist Dunbar gerade dabei, soziale Netzwerke im Internet zu untersuchen und seine Theorie zu überprüfen. Seine ersten Ergebnisse, die er der “Times” verriet, sind überraschend. Auch Menschen mit Tausenden virtuellen Kontakten kommunizieren demnach vor allem mit einem inneren Zirkel von nicht mehr als 150 Freunden.
Und wie sieht’s bei euch aus?
Weitere Links zum Thema
- Times: OMG: brains can’t handle all our Facebook friends
- NZZ: Die Mechanismen virtueller Beziehungsnetze
- Wikipedia: Dunbar’s number








Die Frage ist doch, was Freundschaft auszeichnet. Vielleicht ist Begriff “Bekannte/r” einfach treffender. Und davon kann man eigentlich nicht genug haben.