Werft ihr auch täglich einen Blick in euren Account bei Facebook oder StudiVZ? Dann gehört ihr zu den 30 Millionen Bundesbürgern ab 14 Jahren, die mindestens in einem sozialen Netzwerk Mitglied sind. Das ergab Mitte März eine repräsentative Befragung von über 1.000 Internetnutzern durch das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM.
Der Studie zufolge steht für die meisten von euch die Pflege von Kontakten mit Freunden und Bekannten im Vordergrund. Für 78 Prozent der Community-Nutzer ist das der wichtigste Grund für ihre Mitgliedschaft. 41 Prozent wollen sich mit Menschen austauschen, die gleiche Interessen haben und jeder Dritte von euch will neue Freunde oder Bekannte finden.
Obwohl Soziale Netzwerke aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, gibt es nach wie vor erhebliche Mängel bei der Datensicherheit oder dem Schutz der Privatsphäre, wie Stiftung Warentest gerade erst bekannt gegeben hat. Untersucht wurden zehn Online-Netzwerke, dazu gehörten die deutschsprachigen Plattformen Schüler- und StudiVZ, Lokalisten, wer-kennt-wen, Stayfriends und Jappy, die US-Netzwerke Facebook und MySpace sowie das Business-Netzwerk Xing und sein US-Pendant LinkedIn.
Für die Studie hat Stiftung Warentest erstmals mit Erlaubnis Hacker eingesetzt. Jedoch haben alle US-Netzwerke sowie Xing ihre Zustimmung verweigert, was zur Abwertung dieser Portale wegen „fehlender Transparenz“ geführt hat. Von den bereitwilligen Seiten haben Jappy, wer-kennt-wen und Stayfriends ein „mangelhaft“ bei der Datensicherheit kassiert. Bei den VZ-Netzen und den Lokalisten hat es gerade mal für ein „ausreichend“ gereicht. Als besondere Datenschutzlücke wurde bemängelt, dass beim Einloggen übers Handy Nutzername und Passwort unverschlüsselt übertragen werden. Einige Server ließen Login-Versuche ohne Begrenzung zu. Damit sei es möglich, innerhalb weniger Tage jedes Benutzerkonto zu übernehmen.
Als positive Beispiele nennt Stiftung Warentest studiVZ und schülerVZ. In den beiden Online-Freundeskreisen habt ihr am meisten Einflussmöglichkeiten auf die Verwendung persönlicher Informationen. Die Portale würden die Daten kaum an andere weitergeben.
Die Voreinstellung zum Datenschutz bezeichnete Stiftung Warentest jedoch vor allem bei Facebook als mangelhaft. Wenn ihr eure persönlichen Daten dort vor Unbekannten schützen wollt, müsst ihr umständlich die Einstellungen suchen und ändern. Wir haben bereits alle wichtigen Bereiche der doch sehr umfangreichen Facebook-Account-Einstellungen genau unter die Lupe genommen. Unter „Einstellungssache“ findet ihr Informationen zu Account-Einstellungen.
Zudem sind bei Facebook hauptsächlich die beliebten Zusatzanwendungen von Drittanbietern wie „Farmville“ oder „Mafia Wars“ ein Einfallstor für Datenmissbrauch. Wer mitspielt, hat laut Stiftung Warentest keine Kontrolle mehr darüber, ob eigene Daten weitergegeben werden.







