Sie haben eine große Fangemeinde, sie sind die heimlichen Stars des Internets, aber ihre Berühmtheit erstreckt sich nur auf das Netz: „Social-Network-Stars“. Ihre Bekanntheit verdanken sie keiner Casting-Show oder keinem Talent-Scout. Allein ihre Präsenz im Web 2.0, vermischt mit kreativen oder verrückten Ideen, lässt die Klickzahlen ins Tausendfache steigen.
Auf mehr als 100.000 Klicks brachte es Martin, 20 Jahre alt, aus Randolfzell am Bodensee.
Er wettete bei Facebook: „100.000 Mitglieder und Martin kommt in Jogginghose zum Abiball.“ Der Kumpel von Martin hatte die Facebook-Gruppe einfach so zum Spaß gegründet, weil Martin partout keinen passenden Anzug für den Abiball und für die Hochzeit seiner Schwester finden konnte. Martins Kumpel: „Dann geh doch einfach mit Unterhemd und Jogginghose hin.“ Die Idee für die Wette war geboren. Der Gruppe bei Facebook traten anfangs nur wenige Mitglieder bei. Martin war sich deshalb sicher, dass er den Wetteinsatz nicht einlösen muss, schließlich waren es nur noch acht Wochen bis zum Abiball.
Doch innerhalb der nächsten zwei Wochen setzte ein außergewöhnlicher Schneeballeffekt ein, denn schon zwei Wochen nach der Gründung wollten mehr als 100.000 Facebook-Nutzer Martin in Jogginghose und Unterhemd zum Abiball gehen sehen. Martin hatte die Wette verloren und feierte in seinem einzigartigen Outfit zwischen seinen topgestylten Abi-Kollegen. Danach wirkte sich die Aktion auch abseits des Internets aus. Menschen erkennen Martin, sprechen ihn darauf an. „Man kennt mich halt. Ich bekomme sogar ab und zu was in der Disco ausgegeben.“
Die riesige Aufmerksamkeit um seine Person sieht Martin nicht allzu problematisch. Seine Selbstdarstellung im Netz änderte er nicht. „Meiner Meinung nach bin ich völlig normal geblieben. Ich werde halt drauf angesprochen und erzähle die Geschichte. Aber ich gehe nicht auf Personen zu und sage ‚Hey! Kennst du den mit der Jogginghose?’ Ich halte mich eher zurück und bin schüchtern.“
Die Jogginghose hat Martin natürlich behalten. Sie ist die beste Erinnerung an eine verrückte Aktion, die Martin unerwartet ein wenig Starrummel beschert hat. „Das war eine absolut verrückte Erfahrung, an die ich mich noch in 20 Jahren gern erinnern werde“, so Martin zu „Ich im Netz“.







