Der Safer Intenet Day neigt sich dem Ende und auch wir wollen unsere Interviewreihe mit einer letzten Expertenmeinung abschließen. Dazu haben wir Lena Hilles von klick-tipps.net befragt, einem Projekt, dass sich in erster Linie an Grundschulkinder und ihre Eltern richtet mit dem Ziel, gute und vor allem sichere Kinderangebote im Internet sichtbar und leichter zugänglich zu machen.
Worin liegt die zentrale Idee hinter dem Projekt klick-tipps.net? An welche Zielgruppe richtet sich das Angebot?
Gute Kinderangebote im Internet sichtbar und für Kinder im Grundschulalter leicht zugänglich zu machen, ist Ziel von klick-tipps.net. Wie ein Verkehrsleitsystem führt es Kinder zu guten Seiten und erhöht dadurch ihre Sicherheit im Internet. Attraktive Inhalte für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren werden von Medienpädagogen recherchiert und wöchentlich auf www.klick-tipps.net vorgestellt. Die Themen sind breit gefächert und bieten aktuelle Nachrichten, Infos, Spiele und Mitmachangebote. Eine Kinderredaktion hilft bei der Auswahl. Damit Kinder zu kindgerechten, sicheren Seiten geführt werden, sollen die Klick-Tipps auf vielen Websites platziert werden. Jeder Internetanbieter kann die Klick-Tipps kostenlos einbinden und an sein eigenes Design anpassen. Das funktioniert ganz einfach über I-Frames wie bei YouTube-Videos. klick-tipps.net ist ein medienpädagogisches Projekt von jugendschutz.net und der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest. Es steht für Medienkompetenz, Jugendschutz und mehr Rücksicht auf Kinder im Internet.
Wie funktioniert das Konzept der Kinderredaktion und wie kommt die Idee bei den Usern an?
Die Kinder schlagen Themen vor, diskutieren bei der Klick-Tipps-Auswahl mit und bewerten neue Internetseiten. Wir gewinnen dabei intensive Einblicke in die Internetnutzung von Kindern, können aktuelle Trends beobachten und unsere Klick-Tipps nach Kinderinteressen auswählen. Die Kinder lernen dabei Grundlegendes zur sicheren Nutzung und sind begeistert, als Experten einbezogen zu werden.
Was sind Ihrer Meinung nach die größten Gefahren für Kinder im Internet?
Kinder können im Internet sehr leicht mit Inhalten wie harter Pornografie, extremer Gewalt oder riskanten Foren konfrontiert werden, die sie ängstigen, überfordern oder negativ beeinflussen können. Sie werden im Internet auch häufig belästigt, wenn sie sich als Kinder zu erkennen geben. Viele Seiten nutzen auch ihre Unerfahrenheit aus, platzieren aggressive Werbung oder fragen zu viele Daten ab.
Wo sehen Sie für die zukünftige Entwicklung der digitalen Welt die größten Herausforderungen im Hinblick auf den Jugendschutz?
Die größte Herausforderung ist die mobile Nutzung – Kinder tragen künftig mit ihrem Smartphone das Internet immer bei sich. Für Eltern wird es noch schwerer, den Medienkonsum ihrer Kinder im Blick zu behalten und angemessen zu begleiten. Eine große Herausforderung ist auch das Zusammenwachsen der Medien, wenn beispielsweise in jedem Angebot Chat-Möglichkeiten angeboten werden.
Verbotenes ist spannend. Wie können Eltern ihre Kinder für den richtigen Umgang mit dem Netz sensibilisieren, ohne nur zu belehren oder zu verbieten?
Eltern sollten Ihre Kinder begleiten und ihnen zeigen, wo sie sichere und gleichzeitig attraktive Angebote finden. Mit seiner persönlichen Startseite (meine-startseite.de) kann sich das Kind das Beste aus dem Netz selbst und immer wieder neu zusammenstellen.
Bei Google finden Kinder beispielsweise eine riesige Fülle an Websites, aber wenig Passendes. Mit speziellen Suchmaschinen für Kinder sind sie viel erfolgreicher. Hier bieten blinde-kuh.de oder fragFINN gute Möglichkeiten.
In Chats für Erwachsene erleben Kinder viel Unerfreuliches, in Kinder-Chats fühlen sie sich viel wohler. Die Website chatten-ohne-risiko.net informiert, welche Kommunikationsangebot für Kinder reizvoll und geeignet sind.
Wie können Eltern ihre Kinder für den richtigen Umgang im Netz sensibilisieren?
• Aufklären: Eltern sollten Kinder nicht einfach unkontrolliert surfen lassen.
• Account: Eigenen Benutzeraccount für Kinder anlegen, damit sie nicht über den Verlauf auf Seiten surfen, die Eltern nutzen. Außerdem macht es Kinder Spaß ihren eigenen Account nach ihren Interessen zu gestalten.
• Browser: Im Browser eine geeignete Startseite einrichten, damit Kinder beim ersten Klick schon auf einer empfehlenswerten Seite surfen. Durch das Speichern von Favoriten wird das Risiko verringert, dass Kinder durch Tippfehler „falsche Seiten“ besuchen.
• Suchschlitz: Eine Kindersuchmaschine wie fragFINN oder die Blinde-Kuh im Browser einrichten, damit Kinder nicht über Erwachsenensuchmaschinen auf ungeeignete Inhalte stoßen.
• Installation einer Kinderschutzsoftware.
Tipps für Eltern, wie sie das Internet für Kinder sicher machen können:
• Surfen-ohne-risiko.net
• Klick-Tipps.net
• Chatten-ohne-risiko.net
• Jugendschutz.net
• Klicksafe.de
• Schau-hin.info
• Internet-abc.de






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