Shitstorm: Proteststurm auf der Pinnwand

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Beitrag vom 2. Februar 2012

Jüngst hat es McDonald’s  und den FC Bayern erwischt. Zuvor war die Facebook-Seite der Direktbank ING-Diba betroffen. Aber auch Adidas, Mammut, Schlecker und die Bahn haben schon einmal einen Shitstorm erlebt und mussten sich mit negativen Postings oder Tweets auseinandersetzen.

  • Was ist das eigentlich, ein Shitstorm?
    Im Englischen  bezeichnet shitstorm ganz allgemein eine unangenehme Situation. Das Handelsblatt dröselt den Begriff auf und schreibt: „‘Shit‘ steht für einen in der Intonation unangebrachten Beitrag eines Users und ‚Storm‘ symbolisiert die Anzahl dieser unsachgemäßen Äußerungen.“ Shitstorms haben eine ganz eigene Dynamik und verbreiten sich oft in Sekundenschnelle über alle Social-Media-Kanäle, meist jedoch über Twitter oder Facebook. Man kann sie auch als digitale Wutausbrüche beschreiben.

Wutausbrüche beispielsweise von Veganern, Vegetariern und Fleischfans, die sich auf der ING-Diba eine wilde Diskussion über das Für und Wider des Fleischverzehrs lieferten. Auslöser war in diesem Fall der neue Werbespot der Direktbank mit Basketballstar Dirk Nowitzki. In dem Spot verspeist er in einer Metzgerei eine Wurstscheibe. Nach über 1.400 Posts mit rund 15.000 Kommentaren hat die Bank jetzt den ‚Wurstkrieg‘ beendet. Bei der Diskussion über die Themen Ernährung und vegane Lebensweise „wurden wohl alle denkbaren Meinungen und Argumente ausgetauscht“, schreibt die Bank im Posting. „Um den Anliegen unserer Kunden und Interessenten wieder mehr Raum zu geben, werden wir nun neue Posts zu den genannten Themen von der Pinnwand entfernen.“

Offenbar hat die Bank damit den richtigen Ton gefunden, wie das Marketing-Branchenblatt w & v schreibt. Mehr als 350 Likes gab es nach kurzer Zeit. In vielen Kommentaren wird das Vorgehen von ING-Diba gelobt, einige bedanken sich für den Raum, den die Bank der Diskussion eingeräumt hat. Nach der Meinung vieler Social-Media-Experten hat das Unternehmen richtig gehandelt, indem es nicht versucht hat, Kritik zu unterdrücken und unliebsame Postings zu löschen oder gar die Fanpage komplett abzuschalten.

Wie steht ihr zum Thema Shitstorm? Habt ihr euch schon mal am digitalen Protest beteiligt? Und wie haben die kritisierten Unternehmen reagiert?

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Über den Autor

Sylke WildeSylke Wilde

Sylke Wilde ist seit mehr als 20 Jahren im Verlagsgeschäft tätig. Die gelernte Verlagskauffrau und Kommunikationswirtin arbeitet als Pressereferentin in der Heise Medien Gruppe.

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Ichimnetz.de ist ein Weblog für Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema Selbstdarstellung im Internet. Hinter dem Blog stehen die Verlage von Das Telefonbuch, die damit die Verbesserung der Medienkompetenz bei Jugendlichen fördern möchten.

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