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Kurzmeldungen

Neues Feature bei Face.com: Oder warum Bärte älter machen

11. April 2012 / Laura Reinsdorf

Bereits im Mai 2011 hatte die israelische Firma Face.com seine Gesichtserkennungs-API für Entwickler freigegeben, um diese mit anderen Anwendungen zu verknüpfen. Ursprünglich war angedacht, dass die Tag-Listen aus verschiedenen Features synchronisiert werden, sodass eine bei einem Fotodienst getaggte Person auch bei einem anderen Dienst erkannt wird. So wäre es zum Beispiel möglich, anhand des Fotos eines Unbekannten dessen Namen und sein Social Network- Profil im Web zu finden.


Seit Kurzem bietet Face.com noch einen neuen Dienst an, der das Alter von Personen anhand von Fotos schätzt. Außerdem soll die Software in der Lage sein, Geschlecht und Gemütszustand zu erkennen, um auf diesem Wege neue Kooperationspartner zu finden. Denkbar wären zum Beispiel Shopping-Dienste, die mittels der Anwendung eine konkretere Produktauswahl platzieren könnten. Noch steht die API lediglich zu Testzwecken als experimentelle Demoversion zur Verfügung. Damit der Dienst das Alter bestimmen kann, wir der Algorithmus mit unzähligen Daten gefüttert, anhand derer das System errechnen kann, was jemanden jung oder alt macht. So verändern sich mit fortschreitendem Alter die Gesichtsmerkmale eines Menschen und werden zum Beispiel härter oder weicher.

Allerdings lässt die Genauigkeit der Altersschätzung noch zu wünschen übrig. Besonders bei Erwachsenen oder Promis wichen die Ergebnisse oft weit vom eigentlichen Alter der Person ab. Auch Bärte sorgten dafür, dass Testpersonen meistens auf 40+ geschätzt wurden, auch wenn sie deutlich jünger waren.

Im Tool-Bereich auf Face.com kann jeder den Alters-Scan selber ausprobieren. Auch gibt es mittlerweile die App „Age Meter“, die es ermöglicht, das Alter von Personen auf Fotos zu schätzen. Sicherlich ermöglicht das Feature interessante Anwendungen. So spekulieren in den USA beispielsweise Tech-Blogs, dass die Software zur Aufdeckung von gefälschten Ausweisen in Bars oder Getränkeläden zum Einsatz kommen könnte. Allerdings wird auch ziemlich schnell klar, dass dieser Dienst datenschutzrechtliche Bedenken auf den Plan rufen wird. Die Anwendung schreit geradezu nach Datenmissbrauch, auch wenn seitens Face.com versichert wird, dass die Privatsphäre der Nutzer entscheidend sei und entsprechende Kontrollmöglichkeiten im Code enthalten wären. Risiko oder Möglichkeiten, es bleibt abzuwarten, wie sich das Tool entwickelt.

 

Weitere Infos zum Thema:

o    t3n.de: Face.com schätzt dein Alter anhand von Fotos
o    technikwissen.info: Face.com: API schätzt Alter anhand von Fotos
o    winfuture.de: Face.com: API schätzt Alter anhand von Fotos

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