Statt zu chatten und zu gruscheln, sollen Jugendliche auf SchülerVZ künftig lernen. Mit einem erneuten Relaunch (s. auch ichimnetz vom 07.10.2010 und 03.05.2012) versucht das Netzwerk, doch noch irgendwie zu überleben. Dabei „begräbt“ es aber seinen Namen.
Noch wird auf der Startseite von SchülerVZ im EM-Gewinnspiel nach dem Fußballheld gesucht, demnächst werden hier vielleicht die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung erläutert: Im vierten Quartal dieses Jahres ändert der ehemalige Primus unter den deutschen sozialen Netzwerken nämlich seine Adresse und seine Inhalte. Mit dem Namen idpool.de will SchülerVZ einen neuen Anfang wagen, berichtet die Branchenzeitschrift “Kontakter” in ihrer aktuellen Ausgabe. Damit soll die Webseite schrittweise in eine Art Bildungsplattform umgebaut werden und eine Nische abseits des übermächtigen Konkurrenten Facebook besetzen. Die VZ-Netzwerke selbst firmieren künftig unter dem Namen Poolworks.
Für die ebenfalls schwächelnden Schwester-Plattformen StudiVZ und MeinVZ – alle VZ-Netzwerke haben in den letzten Jahren rund drei Viertel ihrer Nutzer an Facebook verloren – nannte die Verlagsgruppe Holtzbrinck, die seit 2007 die Netzwerke übernommen hatte, zunächst keine konkreten Pläne. Im Zuge des Umbaus trennt sich die Verlagsgruppe jedoch von 25 seiner 70 Mitarbeiter und gliedert darüber hinaus die Techniksparte in ein eigenes Unternehmen aus. Viele Medien spekulieren daher über ein endgültiges Aus der Schwester-Plattformen.
Facebook ist einfach angesagter und vielfältiger: Nach einer Umfrage, die das Magazin derwesten.de unter 70 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 des Carl-Humann-Gymnasium in Essen durchgeführt hat, haben die meisten Jugendlichen SchülerVZ verlassen, weil ihnen das Niveau dort zu „kindisch“ war. SchülerVZ war einfach „out“.
Als weiteren wichtigen Grund gaben die Jugendlichen an, dass alle Freunde, mit denen sie ehemals auf SchülerVZ befreundet waren, zu Facebook gewechselt waren. Sicherlich ist diese Umfrage keineswegs repräsentativ. Aber die stetig bröckelnden Zugriffszahlen bestätigen diesen Trend. Laut den in dieser Woche veröffentlichten aktuellen IVW-Zahlen sind die VZ-Netzwerke weiter abgesunken: 44,7 Millionen Besuche verzeichnen die drei Netze im Mai. Vor einem Jahr waren es noch 206,7 Millionen, wie im Blog basicthinking zu lesen ist.







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