Nach Gegenwind aus Politik und Verbraucherverbänden, vor allem aber von den Nutzern des Onlinenetzwerks stellte Facebook diesen die neuen Daten-Richtlinien bis 8. Juni 2012, 18 Uhr MEZ, zur Abstimmung bereit. Allerdings wäre deren Entscheidung nur bindend gewesen, wenn mindestens 30 Prozent der facebook-Nutzer mit abgestimmt hätten, das wären zurzeit 270 Millionen Menschen. Die Änderungen folgten insbesondere den Empfehlungen der irischen Datenschutzbehörde. Aufgrund einer mangelnder Teilnahme bei der Abstimmung wurden die neuen Richtlinien jedoch abgelehnt.
Aber um welche Daten ging es eigentlich?
Vor allem Daten, die sie von Werbepartnern und Spiele-Anbietern erhalten, wollte Facebook länger als die bisherigen 180 Tage speichern.
“Wir werden Daten so lange einbehalten, wie dies erforderlich ist, um den Nutzern und anderen Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Diese umfassendere Verpflichtung gilt für alle Daten, die wir über Dich sammeln und erhalten, einschließlich Informationen von Werbetreibenden”, hieß es in einer Erklärung von Facebook.
Neben der Verlängerung der Speicherzeiten einiger Daten wollte Facebook des Weiteren einige Erläuterungen einfügen, beispielsweise die Cookie-Nutzung. Cookies sind kleine Dateien, die Informationen zu besuchten Websites enthalten und diese Informationen ohne Aufforderung in der Browser-Software speichern. Außerdem wären die Facebook-User nun darauf hingewiesen worden, dass einige Informationen wie z.B. versendete Nachrichten auch nach der Kontolöschung weiterhin abrufbar bleiben können und man Fotos am besten nur mit Personen teilen sollte, denen man vertraut, um einem eventuellen Missbrauch vorzubeugen. Die ursprünglich geplanten Änderungen sind auf einem 14-seitigen Dokument in englischer Sprache zusammengefasst und im Internet abrufbar:
https://fbcdn_dragon-a.akamaihd.net/cfs-ak-snc6/84985/2/338503082862262_814169785.pdf
Erstmals stellte Facebook dar, inwieweit die gesammelten Informationen über die Nutzer verwertet werden. Zum einen sollten diese helfen die Anwendungen bei Facebook sicher zu gestalten, Facebooks Rechte zu schützen und lokale Angebote über Dinge die gerade in der Nähe passieren an den Nutzer zu bringen, außerdem sollte die Werbung dem Nutzer angepasst sein und Vorschläge von neuen Anwendungen auf Facebook selbst, wie beispielsweise dem Markieren auf einem von einem Freund hochgeladen Foto oder dem Freundefinder erscheinen. Als ganz neuer Punkt wurde des Weiteren eingefügt, die Informationen für innere Forschungen von facebook zu sammeln.
Insgesamt war die Neuerung der Daten-Richtlinie neben der Verlängerung der Speicherung einiger Daten, vor allem ein eindringlicher Hinweis darauf, dass Inhalte, die einmal auf Facebook hochgeladen wurden von anderen Personen gesehen und auch weitergeleitet werden können, sowie der Hinweis, dass selbst die Löschung eigener Informationen nicht zur Löschung solcher Informationen führt, die Freunde hochgeladen haben.





