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Kurzmeldungen

Anti-Facebooks: Laute Stimme, kurzer Atem

22. August 2012 / Laura Reinsdorf

Facebook gerät immer wieder ins Kreuzfeuer der Datenschützer und Kritiker, doch besonders massive Diskussionen bezüglich des Umgangs mit Nutzerdaten kamen vor ungefähr einem Jahr auf und der Ruf nach einer Alternative wurde laut. Die bot sich den Usern gleich in mehrfacher Ausführung: Anybeat, Subjot, Unthink, Heello, Chime.in – die Liste ist ebenso lang wie mittlerweile auch fast schon wieder veraltet, denn viele der Newcomer sind bereits wieder abgetreten.

Die meisten von ihnen verfolgten vor allem das idealistische Ziel, mit ihren Konzepten der Sammelwut und Tyrannei der Datenhändler die Stirn zu bieten und allen angenervten Facebook-Usern ein sauberes Gegenmodell zur Verfügung zu stellen. Auch wir hatten uns den beiden Netzwerken Anybeat und Unthink Ende letzten Jahres gewidmet, mussten kürzlich aber feststellen, dass das durchaus gelungene Design der Unthink-Page spurlos verschwunden und klammheimlich dem folgenden Platzhalter gewichen ist.

Auch Anybeat erwartet in Kürze das selbe Schicksal: Die Website wurde verkauft, der Gründer übernimmt eine führende Position bei Google+. Na, zumindest wird nicht Mark Zuckerberg sein zukünftiger Brötchengeber. Auch Heello und Subjot blieb der große Durchbruch verwehrt und die einzige halbwegs gelungene Erfolgsstory konnte das Projekt vom Twitter-Client-Anbieter Chime.in schreiben. Doch wie kann das sein? Erst fluchen alle über die Unverschämtheit der Datenschutz-Legastheniker des bisher größten und erfolgreichsten Netzwerks, aber wechseln will dann doch keiner?! Die Erklärung dafür ist simpel: Unsere Zeit für’s social networking ist begrenzt und die wenigsten sind bereit, über fünf Plattformen gleichzeitig ihre mehr oder weniger gehaltvollen Neuigkeiten zu verbreiten. Dabei interessiert die User das wirtschaftliche Interesse der Netzwerke herzlich wenig, denn das entscheidende Kriterium ist, da zu sein, wo die Freunde sind. Ohne Netzwerk kein social.

Gerade Facebook tut einiges, um seine User zu binden und Google+ seinerseits setzt alles daran, durch neue Features Aufmerksamkeit zu erlangen. Viele Startups wie Anybeat & Co. ohne ein rentables Monetarisierungsmodell werden ebenso leise verschwinden, wie sie laut aufgetaucht sind. Einerseits schade, anderseits wenig verwunderlich, werfen wir doch einfach mal einen Blick auf die geöffneten Browserfenster unseres Monitors – eines davon ist blau…

 

Weitere Infos zum Thema unter:

  • thenextweb.com: Unthink, the “anti-Facebook”, unlives: Social network dies a quiet death after less than a year
  • quora.com: Startups: Is Unthink dead?
  • thetechscoop.net: Anybeat announces shut down, where is your data?
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Eine Antwort zu “Anti-Facebooks: Laute Stimme, kurzer Atem”

  1. Links der Woche 34/12 | ichimnetz.de sagt:
    24. August 2012 um 17:04

    [...] Anti-Facebooks: Laute Stimme, kurzer Atem [...]

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