Im Juni zählte Facebook stolze 955 Millionen User, die sich mindestens einmal im Monat einloggen. Aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht geht nun jedoch hervor, dass etwa 83 Millionen der Anmeldungen Fake-Accounts sind: 4,8 Prozent sind Mehrfachaccounts, 2,4 Prozent “falsch klassifiziert” und 1,5 Prozent seien “unerwünscht” und beispielsweise nur angelegt worden, um Spam zu verbreiten.
Zusammengezählt wären demnach 8,7 Prozent der Accounts nicht zu berücksichtigen. Und das ist dem Zuckerberg‘schen Imperium ein Dorn im Auge. Vor einem Monat berichtete Der Spiegel unter dem Titel “Facebook-Nutzer sollen Freunde verpetzen” über eine durchaus streitbare Offensive von Facebook gegen diese Fake-Anmeldungen.
Ohne Frage kann über das Pro und Contra solcher Accounts kontrovers diskutiert werden, finden sie doch nicht selten Verwendung, um Spam zu verbreiten, sich bei Gewinnspielen einen Vorteil zu verschaffen oder um Viren und Trojaner unter das arglose Publikum zu bringen. Gleichzeitig aber können sie auch von unschätzbarem Wert sein, nicht zuletzt aus dem simplen Grund, sich im Glaskasten-Web ein kleines bisschen unsichtbarer zu machen und zum Beispiel ungestört im sozialen Netzwerk zu stöbern oder manches auszuprobieren und zu testen. Um sich beim Erstellen eines Fake-Accounts nicht strafbar zu machen, gilt es, einiges zu beachten. Dazu gehören Urheberrechtsfragen von eingestellten Bildern, beleidigende oder verleumderische Angaben über eine real existierende Person oder auch der Verdacht auf Stalking. Ebenso empfehlenswert ist es, die Finger von Betrugsversuchen und Straftaten jeglicher Art mithilfe des Fake-Accounts zu lassen oder zum Schaden anderer beizutragen.
Doch was spricht gegen ein wenig Anonymität, solange man sich im gesetzlichen Rahmen bewegt und vor allem woher kommt dieses plötzliche Beharren von Facebook auf Klarnamen und korrekte User-Infos? Möglich, dass sie jetzt als Aktienunternehmen seriöse Zahlen präsentieren wollen. Vorstellbar wäre auch, dass Facebook befürchtet, gewinnbringende Anzeigenkunden zu verlieren, weil aufgrund falscher User-Angaben das Tracking- und Zielgruppensystem keine werberelevanten Resultate mehr liefert und Unternehmen enttäuscht dem blauen Riesen den Rücken kehren. Vielleicht wird aber auch Druck von Seiten staatlicher Behörden gemacht, die bei Ermittlungsverfahren echte Namen geliefert bekommen wollen. Was meint ihr?
Weitere Infos unter:
- heise.de: Facebook vermutet 83 Millionen Fake-Accounts
- sueddeutsche.de: Wenn Haustiere bei Facebook sind
- onlinemarketing.de: Facebook: Fake-Accounts und Werbeklicks von Bots







[...] Facebooks Kampf gegen Fake-Accounts [...]