Für viele Menschen ersetzt das Smartphone inzwischen das Gedächtnis: Messenger, Termine, Adressbuch, Fotoalben – alles wird notiert und gespeichert. Doch was ist, wenn das geliebte Handy mal verloren geht und somit auch sämtliche persönliche Daten in die Hände Anderer gelangen? Diese Frage beschäftigt nicht nur mich, sondern auch viele andere junge Menschen, die vielleicht schon festgestellt haben, dass ein Alltag ohne Smartphone inzwischen schon nahezu unvorstellbar ist. Was alles mit den vertraulichen Daten passieren kann und wie im Fall der Fälle reagiert werden sollte, weiß c’t-Redakteur Achim Barczok.
Herr Barczok, was kann ich im Vorfeld tun, um zu verhindern, dass Fremde auf meine Daten zugreifen können?
[A.Barczok]: Zunächst einmal sollte man sich genau anschauen, welche Möglichkeiten mein Smartphone, dessen Hersteller und mein Mobilfunkbetreiber an Absicherung bieten. Auf fast allen Geräten kann man außer einer PIN-Sperre für die SIM-Karte auch eine fürs komplette Gerät einstellen, die jedes Mal eingegeben muss, wenn man das Gerät entsperrt. Ist diese möglichst lang und das Smartphone darüber hinaus komplett verschlüsselt, kommt der Dieb kaum an die Dateien heran. Apples iPhone beispielsweise ist standardmäßig verschlüsselt, bei vielen aktuellen Android-Smartphones kann man eine solche Verschlüsselung in den Einstellungen aktivieren.
Einige Hersteller wie Apple oder Motorola bieten außerdem an, über einen Webdienst alle Daten auf dem Gerät aus der Ferne zu löschen. Das klappt aber nur, wenn man die Dienste vorher aktiviert hat – beim iPhone muss man dazu die App „Mein iPhone suchen“ installiert haben – und wenn der Dieb mit dem Gerät online geht. Für Android gibt es Apps mit ähnlichen Diensten im Google Play Store, zum Beispiel „Norton Antivirus und Sicherheit“.
Welche Vorkehrungen sollte ich noch treffen, damit im Fall der Fälle möglichst wenig Schaden entsteht?
[A.Barczok]: Wichtig ist, dass die wichtigen Daten nicht nur auf dem Smartphone gespeichert sind. Hierbei verfügt das iPhone über den Vorteil, dass es über die iCloud Daten wie Fotos oder Kontakte synchronisieren kann. Zudem lässt sich eine Sicherung durch das Back-up über iTunes herstellen. Dadurch sind die Daten zusätzlich auf dem PC gesichert. Andere Smartphone-Hersteller bieten ebenfalls diese Möglichkeit an. Außerdem sollte im Vorfeld unbedingt die IMEI-Nummer notiert werden, die mit der Tastenkombination *#06# abgerufen werden kann. Anhand dieser Nummer kann die Polizei das geklaute Handy identifizieren.
Des Weiteren sollte man im Fall eines Verlusts es einem ehrlichen Finder erleichtern, den Besitzer zu ermitteln. So ist es sinnvoll, den eigenen Namen und die Adresse zum Beispiel unter den Akkudeckel zu schreiben oder in der „Bildschirmsperre“ einzutragen. Bei neueren Android-Smartphones zum Beispiel geht das über die Sicherheitseinstellungen.
Inwiefern macht der Abschluss einer Versicherung vor dem Kauf eines Smartphones Sinn?
[A.Barczok]: Da sollte man die Leistungen der Versicherungen genau studieren. Die günstigeren Versicherungen kommen nur bei Schäden des Telefons auf, die Absicherung gegen Verlust oder Diebstahl kostet meist schon um die 10 Euro pro Monat. Das ist wenn dann nur bei richtig teuren Geräten sinnvoll.
Was sollte ich beim Verlust des Smartphones als Erstes tun?
[A.Barczok]: Als Erstes sollte man beim Mobilfunkanbieter anrufen, um die SIM-Karte zu sperren. Dazu wird eventuell auch die PUK-Nummer, die Kartennummer oder das bei Vertragsabschluss vereinbarte Kundenkennwort benötigt. Handelt es sich um einen Diebstahl, muss dieser sofort der Polizei gemeldet werden. Wenn man das Smartphone „nur“ verloren hat, kann man das Glück haben und es wird von einem ehrlichen Finder gefunden. Wie bereits erwähnt, ist es ratsam ihm Anhaltspunkte zu geben, wem dieses Handy gehört. Hat man Dienste wie Apples „Mein iPhone suchen“ aktiviert, kann man darüber hinaus online nachschauen, wo das eigene iPhone zuletzt gesehen wurde – auf eigene Faust sollte man einen Dieb aber nicht dingfest machen, sondern lieber die Polizei über den letzten Aufenthaltsort informieren. Diese Dienste funktionieren aber nur, wenn das Handy eingeschaltet ist, Zugang zum Internet besteht und der Dieb sie vorher nicht entfernt hat.
Autorin des Beitrags: Melanie Krüger






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