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Twitter-Olympiade

9. August 2012 / Sylke Wilde

Die Olympischen Spiele nähern sich dem Ende. Auch wenn man wie ich nur sehr selten twittert oder sich für die Sportwettkämpfe nur in Teilen – lediglich Schwimmen und Leichtathletik schaue ich mir ausgiebig an – interessiert, hat man es mitbekommen: Twitter und Olympiade gehören zusammen. Nicht nur die Athleten zeigen Bestleistungen im Springen, Laufen, Werfen, Reiten, Fechten oder Gewichtheben, auch der Kurznachrichtendienst hat sich eine Goldmedaille verdient. Und das nicht nur, weil sich Twitter geschickt selbst vermarktet und mit dem US-Sender NBC eine strategische Partnerschaft eingegangen ist.  Nein, heute zählt  die Kommunikation über die sozialen Netzwerke einfach dazu. Nicht nur mit Freunden, auch mit den Fans in aller Welt teilen die Olympioniken ihre Erlebnisse über Facebook oder Twitter.

So schrieb dann auch das Online-Magazin derwesten.de, Twitter sei der heimliche Star bei Olympia. Nie wurde so viel gezwitschert, gepostet, geklatscht und getratscht wie bei diesem Großereignis. Beispielsweise wurden mehr als 1,2 Millionen Mal virtuell die Daumen gedrückt und die beiden Worte „Good Luck“ getwittert, wie auf focus online nachzulesen ist.

Neben diesen aufmunternden Botschaften sorgten aber auch etliche Kurznachrichten für Negativschlagzeilen. So beschimpften Dreispringerin Paraskevi Papachristou aus Griechenland und der Schweizer Fußballer Michel Morganella andere Aktive via Twitter. Papachristou verbreitete rassistische Beleidigungen und wurde nach Hause geschickt. Morganella  attackierte in seinem Tweet die Südkoreaner in unflätiger Form. Auch er musste vorzeitig abreisen.

Um Fettnäpfchen und Entgleisungen zu vermeiden, hatten die Olympia-Macher extra ein vierseitiges Regelwerk verfasst. Deutsche Sportler wurden zwar ermuntert, sich bei Twitter oder Facebook  zu engagieren, aber bitte mit Augenmaß. Töne und Videos von den Wettbewerben via soziale Netzwerke sind tabu und alle Äußerungen müssen in Ich-Form und Tagebuchformat verfasst sein, Werbung für die eigenen Sponsoren ist strikt verboten, berichtet spiegel online.

Vielleicht sind zu viele Reglementierungen aber auch der Grund, warum die deutschen Sportler sich noch nicht in Topform für die sozialen Medien präsentieren,  wie der Branchendienst Horizont feststellt und dabei  eine Studie der Düsseldorfer Digital-Beratung kpunktnull zitiert. Nur 42 Prozent der 392 Mitglieder des Olympia-Teams besitzen demnach eine Homepage, magere 30,2 Prozent eine Facebook-Seite und mit 18,2 Prozent nutzen noch weniger den Kurznachrichtendienst Twitter.

Da verwundert es nicht, dass deutsche Sportler mit den US-Kollegen nicht mithalten können. So freut sich die US-Torhüterin Hope Solo über eine halbe Million Follower, sie gehört zu den erfolgreichsten Sportlerinnen bei Twitter. Schwimmstar und Rekord-Olympiasieger Michael Phelps hat sogar über eine Millionen Follower. Zum Vergleich: der deutsche Schwimmer Paul Biedermann kommt gerade mal auf etwas mehr als 2.400 Follower und die deutsche Nummer eins unter den “Twitter-Athletin”, die Tennisspielerin Sabine Lisicki, verzeichnet rund 55.000 Follower.

Ich bin mal gespannt, wie die Bilanz in vier Jahren, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro aussieht – vielleicht sind dann Facebook und Twitter völlig out und ein ganz anderes Kommunikationsmedium angesagt, wer weiß …

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Tags:

facebook, twitter


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