Die herkömmliche Einladung gibt es schon lange nicht mehr. Wer Geburtstag hat und eine Party organisieren möchte, lädt die Freunde via Facebook ein. Das entscheidende Häkchen dabei auf „privat“ zu setzen sowie das „Freunde können Gäste einladen“-Häkchen zu entfernen, vergessen aber viele. Und so passiert es immer wieder, dass aus der geplanten gemütlichen Geburtstagsrunde ein Massenandrang an jungen Menschen wird. Ein Beispiel dafür ist der jüngste Fall einer 17-Jährigen aus Delmenhorst. Sie hatte bis zum Erstellen der Einladung alles richtig gemacht, nur den Button „Freunde können Gäste einladen“ übersehen. Aus den 20 geladenen Gästen wurden wie im Schneeballsystem 250 Leute, die auf der Geburtstagsfeier des Mädchens erschienen. Die Polizei musste mit zehn Streifenwagen ausrücken und die Feier beenden. Ihr Fall ging noch glücklich aus, da es nicht zu Ausschreitungen kam und sie keine Polizeieinsatzkosten zahlen musste.
Anders im Fall eines 20-Jährigen aus Konstanz: Seine Absicht war es, eine riesige öffentliche Facebook-Party zu veranstalten. Die Einladung erreichte 12.000 Menschen. Nachdem die Behörden von der geplanten öffentlichen Veranstaltung erfuhren, wurde die Feier untersagt. Zu groß die Gefahr, dass es zu Ausschreitungen kommt. Trotzdem kamen etwa 150 junge Leute, die von einem Großaufgebot der Polizei überrascht wurden, zu dem öffentlichen Veranstaltungsort. Die Unruhen in Konstanz und der aus Sicherheitsgründen stattgefundene Polizeieinsatz kosten 200.000 Euro, die der 20-jährige Lehrling nun tragen muss.
Allgemein gilt, wer eine öffentliche Party via Social Network veranstaltet und Gäste in unbegrenzter Anzahl einlädt, muss damit rechnen, dass mehr Gäste eintreffen als erwartet. Die Schäden, die bei großem Andrang entstehen können, muss der Initiator übernehmen. Oft entstehen Sach- und Personenschäden von mehreren tausend Euro. Denn besonders die Anonymität solcher Veranstaltungen reizt viele Personen dazu, alle Hemmungen fallen zu lassen. So kommt es vor allem unter Alkoholeinfluss schnell zu Randale und Gewaltausschreitungen. Nicht zu vergessen der Einsatz der Polizisten, der die Kosten enorm in die Höhe steigen lässt.
Auch Politiker diskutieren zu den immer häufiger auftretenden Fällen: Facebook solle zur Mitverantwortung gezogen werden, da das soziale Netzwerk diese Partys erst ermögliche, so Baden Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD). Außerdem meldete sich Bayerns Innenminister Joachim Hermann zu Wort. Er kritisiert die Betreiber des sozialen Netzwerkes: „Facebook wird seinen Schutzpflichten gegenüber seinen Nutzern nicht gerecht, wenn zwischen einer Einladung an den Freundeskreis oder die ganze Welt nur ein Mausklick entscheidet.“
Wer aber privat über Facebook zu seiner Geburtstagsfeier einladen möchte, findet hier die richtige Anleitung.
Autorin des Beitrags: Melanie Krüger







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[...] kann es schnell mal so rauskommen, wie in diesem Artikel gezeigt wird. Wer zum Beispiel in Facebook bei einer Party-Einladung nicht alle Häklein richtig [...]