Schade, schade, mal wieder erhält ein eigentlich sehr erfolgreiches und nützliches Social Network eine ordentliche Klatsche. Diesmal im Fadenkreuz der Datenschutzkritiker: Die Reiseplattform courchsurfing.com. Gerade für Studenten und Schüler, deren Geldbeutel meist eher knapp bemessen ist, bietet diese Plattform eine großartige Alternative zu überfüllten Hostels oder sonstigen billig-schlechten Unterkünften.
Für die Mitglieder des Portals, das vor allem Rucksackreisende zur Vermittlung kostenloser Schlafplätze nutzen, gelten nun seit dem 14. September neue Nutzungsbedingungen. Diese erlauben dem Netzwerk, die privaten Nutzerdaten und Fotos seiner mittlerweile 4,8 Millionen Mitglieder künftig an Dritte weiterzugeben und nahezu unbegrenzt zu verwenden. Sehr problematisch, beruht doch das System des Netzwerks darauf, ein möglichst detailliertes Profil mit personenbezogenen Daten, Vorlieben und Interessen sowie Fotos anzulegen. Schließlich geht es darum, sich gegenseitig und dabei zumeist Fremden, die nur anhand ihrer Profildaten eingeschätzt werden können, kostenlos Unterkunft zu gewähren. Außerdem kommt hinzu, dass die Betreiber die Nutzer über alle weiteren Änderungen beim Datenschutz künftig nicht mehr informieren müssen. Damit fällt jegliche Kontrolle über die eigenen Daten weg und zahlreiche Nutzer reagierten bereits verärgert und kündigten an, ihre Konten zu löschen und zu anderen Anbietern zu wechseln. Laut Deutschlands oberstem Datenschützer Peter Schaar sei dieses Vorgehen absolut inakzeptabel und nach deutschem und europäischem Datenschutzrecht unzulässig. Selbiges kommt allerdings im Falle Couchsurfing nicht zur Anwendung, da das Unternehmen seinen Sitz in den USA hat.
Und nun? Ein Entwurf der Europäischen Kommission sieht vor, strenge Grundsätze des Datenschutzrechts künftig auch für Nicht-EU-Staaten gelten zu lassen, darüber wird auch die verantwortliche Aufsichtsbehörde in den USA in Kenntnis gesetzt. Wie steht es um euer Reiseverhalten? Seid ihr bei couchsurfing.com angemeldet und wenn ja, werdet ihr jetzt zu anderen Anbietern wie Airbnb, 9flats oder Wimdu wechseln?
Weitere Infos zum Thema:
- stern.de: Schaar kritisiert Backpacker-Netzwerk Couchsurfing
- winfuture.de: Datenschutz: Schaar nimmt CouchSurfing ins Visier
- pcgames.de: Datenschutz: Peter Schaar kritisiert das Netzwerk Couchsurfing
Bildquelle: Couchsurfing.org







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