Einige machen mit, viele wissen nicht wie es funktioniert, die meisten sind aber bereit zu helfen – Organspenden retten jedes Jahr tausende Leben.
Derzeit sind über 12.000 Menschen in Deutschland auf der Warteliste für eine Organspende. Während der Wartezeit, die meist zwischen 6 und 8 Jahren beträgt, versterben circa 1000 Patienten jedes Jahr. Zwar ist die Spendenbereitschaft unter den Bürgern groß: laut einer Umfragen des Bundesgesundheitsministeriums sind drei Viertel der Bürger dazu bereit. Jedoch besitzen nur ein Viertel der Befragten tatsächlich einen Organspendeausweis.
Facebook gefällt Organspende
Um das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu lenken, bietet das soziale Netzwerk Facebook seinen ca. 25 mio. Nutzern nun die Möglichkeit, Angaben zur Organspendebereitschaft in ihrem Profil zu veröffentlichen. Dadurch soll die schon im Mai in den USA eingeführte Funktion auf das Thema Organspende aufmerksam machen und dazu motivieren, sich mit Verwandten und Freunden auseinanderzusetzen.
Um den Eintrag bei Facebook zu tätigen, klickt man auf seiner Profilseite in der Statusbox auf den Reiter Lebensereignis. Unter der Kategorie “Gesundheit und Wellness” befindet sich der Eintrag “Organspender …”. Dort kann optional der Ort, das Datum und eine Geschichte dazu eingetragen werden. Zusätzlich bietet Facebook im Hilfebereich (Suchfenster: “Organspende” eintippen) Informationen über Organspende in den einzelnen Ländern.
Mindestens genauso wichtig wie der öffentliche Diskurs ist aber das eigene Handeln. Die Entscheidung ob man seine Organe nach dem Tod zur Verfügung stellt, um kranken Menschen zu helfen, sollte jeder noch zu Lebzeiten treffen. Obwohl der Eintrag auf Facebook rechtlich natürlich vollkommen irrelevant ist, kann er jedoch beim Fehlen eines Organspendeausweises den Angehörigen die unangenehme Entscheidung erleichtern.
Weiterführende Links:
- facebook.com: Organspenderstatus teilen
- organspendeausweis.org: Organspendeausweis zum Ausdrucken
- dso.de: Deutsche Stiftung Organtransplantation
Autor des Beitrags: Benjamin Lorenz







Auf die Nachlassverwalter der nächsten Jahre kommt einiges zu. In Zukunft müssen nicht nur Wohnung und Papiere, sondern auch alle Profile in sozialen Netzwerken auf Hinweise geprüft werden. Verrückt, wenn sich unser Leben immer weiter ins WWW verlagert, aber eine gute Idee von Facebook. ;)
Hallo,
Ich halte das für abartig und für eine gute Idee halte ich das schon lange nicht.
Organspender auf dem Präsentierteller. Was darfs heute sein? Lunge und Niere sind im Angebot.
Was macht Facebook mit diesem neuen Wissen? Was schon. Geschäfte wie sie das bisher auch getan haben. Ekelhaft und pervers Kapitalismus in seiner ekelhaftesten Form.
Jürgen