schülerVZ wird abgeschaltet

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Beitrag vom 9. April 2013

Die Macher von schülerVZ haben am Montagabend das Aus des sozialen Netzwerks bekanntgegeben: „Wir machen’s kurz. Es ist vorbei. schülerVZ wird am 30. April geschlossen. Für immer.“ 

Sechs Jahre lang hat die Online-Plattform SchülerVZ Kinder und Jugendliche miteinander vernetzt. Jetzt gibt SchülerVZ als erstes der VZ-Netzwerke auf. Zum Monatsende hat es sich ausgegruschelt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sollen alle Bilder, Nachrichten, Links, Pinnwandeinträge und alle anderen Daten der bisherigen Nutzer gelöscht werden.

Die Einstellung der Online-Plattform überrascht Martin Weigert von “netzwertig.com“, „weil schülerVZ von den drei Netzwerken bisher als das einzige mit noch einigermaßen nennenswerter Nutzeraktivität galt.“ Doch auch SchülerVZ hatte sich bereits im vergangenen Jahr zu einer Art Geisterstadt entwickelt: Etliche Nutzer legten sich Phantasie-Namen zu und spielten mit fiktiven virtuellen Identitäten.

SchülerVZ bietet seinen rund 200.000 Mitgliedern an, die weiter bestehenden Netze StudiVZ, MeinVZ und VZ Fotobuch zu nutzen. Diese Netzwerke bestehen erst einmal weiter, ihre Zukunft scheint aber unklar. Die Webseite WannstirbtStudiVZ.net hält den Rückgang der Nutzerzahlen bei StudiVZ grafisch fest und sagt ein endgültiges Aus für Februar 2014 voraus.

Der Internet-Unternehmer Ripanti, der sich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa geäußert hat, gibt der Marke VZ keine Chance mehr: „Das ist verbrannt.“ Für einen nationalen Anbieter sei es sehr schwierig, gegen Facebook zu bestehen. Statt einer landesweiten Plattform können sich eher Netzwerke mit einem regionalen Schwerpunkt behaupten. So hat „Wer Kennt Wen“ in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland weiter eine aktive und stabile Community. „Die Zukunft liegt im Regionalen“, sagt Ripanti. „Für viele ist Facebook zu groß, sie wollen sich online mit Leuten aus ihrer Umgebung vernetzen.“

Entwicklung von SchülerVZ

SchülerVZ war wie die anderen VZ-Netzwerke vor sechs Jahren aus dem von Facebook inspirierten StudiVZ hervorgegangen. 2007 kaufte die Verlagsgruppe Holtzbrinck das Unternehmen für angeblich 85 Millionen Euro. Holtzbrinck wiederum stieß das mittlerweile Poolworks genannte Unternehmen im September vorigen Jahres an das Investmentunternehmen Vert Capital ab.

Wie sieht es bei euch aus? Hat jemand von euch zuletzt noch SchülerVZ genutzt? Und was habt ihr für Erinnerungen an das Netzwerk? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Weitere Informationen findet ihr hier:

Kress.de: Aus nach sechs Jahren: Vert Capital macht SchülerVZ dicht

Über den Autor

Lena EwaldLena Ewald

Lena Ewald ist Medienfachwirtin und arbeitet als Pressereferentin im Marketing für Heise RegioConcept, einer Dachmarke der Unternehmensfamilie Heise. Zudem ist sie für die interne Kommunikation bei Heise zuständig.

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Ichimnetz.de ist ein Weblog für Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema Selbstdarstellung im Internet. Hinter dem Blog stehen die Verlage von Das Telefonbuch, die damit die Verbesserung der Medienkompetenz bei Jugendlichen fördern möchten.

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