Instagram: Was bringt es, Nutzer zu blockieren?

Beitrag vom 26. Mai 2016

Nehmen wir an, Mona will nicht mehr, dass Tanja ihr auf Instagram folgt. Sie blockiert Tanja. Das ist einfach erledigt: Sie wählt den zu blockierenden Follower aus, geht auf dessen Profilseite, klickt – bei Android – oben rechts auf die drei Punkte. Es öffnet sich ein Menü, und man kann „Blockieren“ auswählen und im nächsten Schritt bestätigen.

Wirklich blockiert?

Ist ein Follower blockiert, findet er euren Instagram-Account nicht mehr über seine Suche. Auch nicht, wenn er den exakten Namen des Accounts eingibt. Irgendwann fällt es Tanja auf, dass sie keine Bilder mehr von Mona zu sehen bekommt. Auch in ihrer Abonnentenliste ist sie nicht mehr enthalten. Über einen gemeinsamen Bekannten, dem beide bei Instagram folgen, prüft sie, ob es Monas Account überhaupt noch gibt: Sie findet bei dem Bekannten ein Bild, das Mona geliked hat und klickt an dieser Stelle Monas Account an. Zwar wird er ihr angezeigt, doch der für alle Welt offene Account ist für sie verschlossen, kein Bild kann die Blockierte sehen.

Blockieren hilft nicht immer

Dennoch gibt es Möglichkeiten für Tanja, doch noch Monas Fotos zu sehen. Denn Mona hat nicht bedacht, dass sie einen offenen Account hat. Das heißt, jeder kann ihr folgen. Über die von ihr benutzten Hashtags und natürlich über die Account-Suche kann jeder Nutzer, der auf ihrer Seite landet, ihre Fotos anschauen. Tanja richtet sich also einen neuen bzw. einen weiteren Account ein. Wie das geht, lest ihr hier. Sucht sie mit diesem nach Monas Seite, wird sie ihr ganz normal angezeigt, und sie kann, wann immer sie will, alle Bilder anschauen. Natürlich wird sie mit diesem neuen, leeren Account, den sie nicht wirklich füllen will, nicht Mona folgen. Aber er ist ihr Hintereingang zu Monas Bildern.

Und die Moral von der Geschicht‘?

Wer einen offenen Instagram-Account hat, kann sich das Blockieren einer Person nahezu sparen. Bilder anschauen kann der oder die Blockierte über den kleinen Umweg eines Zweitaccounts trotzdem. Lediglich Liken und Kommentieren kann die blockierte Person nicht mehr.

Will Mona komplett vermeiden, dass Tanja ihre Bilder sieht, muss sie ihren Account als privates Konto einrichten. Dann muss sie jeden Follower einzeln bestätigen, und sie hat die ganze Welt ausgeschlossen. Mit einem privaten Konto kann man natürlich nur schwer Follower sammeln, es sei denn, man hat einen unerschöpflichen Bekanntenkreis. Ein Dilemma, dass jeder für sich lösen muss.

Über den Autor

Anja PlesseAnja Plesse

Anja Plesse ist studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und arbeitet als Pressereferentin in der Heise Medien Gruppe.

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Ichimnetz.de ist ein Weblog für Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema Selbstdarstellung im Internet. Hinter dem Blog stehen die Verlage von Das Telefonbuch, die damit die Verbesserung der Medienkompetenz bei Jugendlichen fördern möchten.

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