So meldet ihr Hasskommentare auf Facebook

Beitrag vom 31. August 2016

Nicht erst seit gestern herrscht auf Facebook in vielen Kommentarspalten ein (fremden-)feindliches Klima, oftmals mit Hass und Hetze bis hin zu Gewaltaufrufen. Aber auch Frauenfeindlichkeit und Mobbing sind bekannte Probleme. Schon vor rund einem Jahr hat Justizminister Heiko Maas die Betreiber des sozialen Netzwerks dazu aufgefordert, stärker gegen solche Hassbotschaften vorzugehen. Passiert ist nichts. Statt aktiv einzugreifen, setzt Facebook lieber auf Selbstregulierung und erwartet von seinen Nutzern, sich “mit Gegenreden einzubringen” und besonders heikle Kommentare zu melden. Unter bestimmten Voraussetzungen werden diese Äußerungen von Facebook dann gelöscht. Damit die Meldung auch Erfolg hat, gilt es allerdings ein paar Dinge zu beachten.

Konkrete Kommentare statt Personen melden

Was Facebook als Hassbotschaften klassifiziert, lässt sich in den Gemeinschaftsregeln nachlesen. Demzufolge entfernt das Netzwerk alle Inhalte, die Personen aufgrund von Rasse, Ethnizität, nationaler Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, Geschlecht und Krankheiten oder Behinderungen angreifen. Auch Personen oder Organisationen, die gezielt Hass auf diese Gruppen schüren, sind auf Facebook nicht zulässig.

Laut Facebook gibt es dabei aber mehrere Dinge zu berücksichtigen, die in der Vergangenheit oft „falsch“ gemacht wurden. So ist es zum Beispiel nicht ratsam ganze Seiten oder Personen zu melden, sondern lieber einzelne Kommentare, die auf Hass und Volksverhetzung abzielen. So können diese von Facebook leichter bewertet und entsprechend gelöscht werden. Darüber hinaus können vom Unternehmen vor allem Kommentare, die sich gegen konkrete Staatsbürger und nicht gegen Personengruppen richten, eindeutiger bewertet werden. Facebook erkennt also keinen Hass gegen Flüchtlinge und Migranten im Allgemeinen an, wohl aber gegen etwa Syrer, Albaner oder Nigerianer. Einzige Ausnahme sind hier Mordaufrufe. Wegen dieser schwammigen Regel stand Facebook zuletzt stark in der Kritik.

Auf Facebook gegen Hass vorgehen

Wer sich auf Facebook gegen Hasskommentare wehren will, hat gleich mehrere Möglichkeiten. Zum einen können Hasskommentare natürlich gemeldet werden. Dazu klickt ihr einfach auf den kleinen Pfeil rechts neben dem Kommentar und dann auf den Menüpunkt „Kommentar verbergen“, anschließend erscheint die Option „Melden“. Wer als Grund „Es sollte meiner Meinung nach nicht auf Facebook sein“ angibt, bekommt im nächsten Schritt die Möglichkeit, es als „Hassrede“ einzustufen. Ganze Seiten meldet man über „…Mehr“ unterhalb des Titelbildes und dann „Seite melden“. Gleiches gilt auch für Profilseiten einzelner Personen.

Facebook Kommentar melden

Auch wenn die Meldung von Facebook abgewiesen wird, sollten Nutzer das aber nicht einfach so hinnehmen und stattdessen eine Rückmeldung zur negativen Entscheidung abgeben. So bekommt der Betreiber eine Ahnung davon, wo die Netzgemeinschaft selbst die Grenze zieht.

Onlineformulare gegen Hetzer

Darüber hinaus kann man auch außerhalb von Facebook aktiv werden. Die Initiative jugendschutz.net hat ein Online-Formular eingerichtet, über das Beiträge, die gegen die Jugendschutzregelungen verstoßen, gemeldet werden können. Dazu zählen neben Gewalt und sexueller Belästigung auch volksverhetzende Äußerungen. Auch Microsoft hat den Kampf gegen Hasskommentare jetzt aufgenommen und steuert ab sofort mit einem eigenen Webformular dagegen. Ähnlich wie auf der Jugendschutz-Seite können dort Verstöße auf Microsofts Plattformen wie Outlook, Skype und Xbox Live gemeldet werden.

Wem das nicht weit genug reicht, kann auf Online-Strafanzeige.de volksverhetzende Äußerungen und Mordaufrufe bei den jeweiligen Landesbehörden anzeigen. Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, welche Maßnahme ergriffen wird: Zum einen kann die betreffende Person durch Polizeibeamte persönlich aufgesucht und eine Gefährderansprache gehalten werden. Dabei wird die Person mit den über sie vorliegenden Informationen konfrontiert und über strafrechtliche Konsequenzen aufgeklärt. Ziel ist es zu signalisieren, dass polizeiliches Interesse an der Person besteht und die Lage ernst genommen wird. Zum anderen können auch strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden. Solche Maßnahmen sollten aber natürlich gut durchdacht sein und nur in eindeutigen und ernsten Fällen gebraucht werden, da sie im Zweifelsfall sonst auf dich zurückfallen.

Weitere Informationen findet ihr hier:

t3n: Microsoft steigt in den Kampf gegen Hasskommentare im Netz ein

t3n: Hatespeech auf Facebook: So meldet ihr Hasskommentare richtig

Autor

Elina Wiesner

DasTelefonbuch - Alles in einem

Ichimnetz.de ist ein Weblog für Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema Selbstdarstellung im Internet. Hinter dem Blog stehen die Verlage von Das Telefonbuch, die damit die Verbesserung der Medienkompetenz bei Jugendlichen fördern möchten.

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